20. Februar 2018

Wetzlar an der Lahn

Die Brückenpfeiler der alten Lahnbrücke wurden einst mit Eisbrechern verstärkt.


Ich erwähnte bereits in meinem letzten Artikel, daß wir am Sonntag in Wetzlar/Lahn waren.
Die Stadt ist wie auch Limburg ein Teil der Deutschen Fachwerkstraße, und gehört zu einer ganzen Reihe von Orten, die ich gerne entlang der Lahn besichtigen wollen würde.
Wetzlar ist jedoch etwas Besonderes für mich, denn dort lebte einst ein Teil meiner Familie und im Wohnzimmer meiner Großeltern hing immer ein Foto mit der alten Lahnbrücke darauf. Anders als in Limburg reichte jedoch in Wetzlar die Lahnbrücke nicht aus, um als Stadt reich und bekannt zu werden. Im Mittelalter blieb die Stadt eher ärmlich, so wurde z.B. um den romanischen Dom ein gotischer Neubau errichtet, aber nie vollständig beendet. 


Erst 1690 brachte die Wende, als das Reichskammergericht, das höchste Gericht des gesamten Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, seinen ständigen Sitz in Wetzlar erhielt. Es wurde quasi zum Karlsruhe seiner Zeit und mit ihm zogen Juristen, adlige Vertreter, Interessenvertreter der Kaufleute usw. in die Stadt.
Aufgrund des Gerichtes kam 1772 auch ein junger Frankfurter nach Wetzlar: Goethe, der mit einem Praktikum seine juristische Ausbildung vervollständigen sollte. Bei Gericht hat man ihn aber eher selten gesehen, stattdessen feierte er gerne mit anderen jungen Juristen, verliebte sich in Charlotte Buff, wurde zurückgewiesen - und als er von einem Bekannten hörte, der sich in ähnlicher Lage das Leben nahm, schrieb er stattdessen den Briefroman: Die Leiden des jungen Werther - und kehrte nach Frankfurt zurück.


Wir kamen an diesem sonnigen Februartag mit dem Zug aus Frankfurt am Bahnhof an. Dort folgten wir dem Lauf der Lahn bis zur 700 Jahre alten Lahnbrücke (heutzutage nur für Fußgänger nutzbar), die in die Altstadt führt. Das Fachwerk ist eher streng schwarz/weiß gehalten, mit grauem Schieferdächern und auch Schieferwänden. Nach einem kurzen Rundgang über Eisen- und Fischmarkt erreichten wir den Dom, in dem gerade die Sonntagsmesse endete.
Danach ging es durch die Pfaffengasse zum Lottehaus, einst Deutschorden-Herberge, war ein Verwaltungsgebäude später das Haus der Charlotte Buff. Unser Rundgang ging weiter zum Kornmarkt, wo wir zum Mittagessen einkehrten.
Via Jerusalemhaus (Karl Wilhelm Jerusalem war das tragische Vorbild für Goethes ‚Werther‘) und jüdischem Friedhof erreichten wir dann den Rand der Altstadt, wo sich die Industrie-Gebäude der optischen Firma Leitz/Leica befinden. Dahinter lag unser nächstes Ziel, die Reichsburgruine Kalsmunt auf einem 256 m hohen Basaltkegel. Der erhalten gebliebene Turm wurde im 19. Jahrhundert zu einem Aussichtspunkt über das Lahntal umgebaut. 


Wenn man dem Weg intuitiv ab Altstadt geradeaus hoch bis zum Turm folgt, kommt man automatisch auf den richtigen Aufstieg, wir folgten jedoch den Schildern, die uns in eine völlig andere Richtung führten, so daß wir letztlich hinter dem Hügel in einem Wohngebiet landeten.
Dort schlugen wir uns auf gut Glück in den Wald und fanden letztlich den Pfad, der uns zum Turm der Kalsmunt führte. 

Gegenlicht Selfie ^^

Die Lage des Hügels war schon zu keltischer und römischer Zeit als strategisch bedeutend angesehen worden, letztlich war es dann Karl der Große, der eine erste befestigte Burg bauen ließ, die später von Barbarossa ausgebaut wurde. Doch bereits im 16. Jahrhundert wurde diese militärisch unwichtig und verfiel.
Wir hatten an diesem Tag Glück mit dem Wetter und nachdem wir die Turmtreppen bis zum Dach bewältigt hatten, konnten wir weit in die Lande blicken und sahen mindestens zwei ähnliche Türme alter Festungsanlagen.


Danach ging es für uns zurück zum Bahnhof, denn ich war aufgrund meiner voran gegangenen Grippe noch zu erschöpft für längere Touren.
Jetzt kam ein Teil, den ich gerne weglassen würde, aber weil es das letzte Erlebnis in der Stadt war, war es auch prägend, denn mein Mann und unsere Freunde wurden von einer Frau am Bahnhof rassistisch beleidigt: Es handelte sich offenbar um eine sehr einfache, nicht sehr kluge Frau, aber sie trat so aggressiv auf, daß es schon herausstach. Zum einen wusste sie sofort, daß wir allesamt afghanische Flüchtlinge seien, denen ohnehin alles in den A***h gesteckt wird. Als mein Mann leicht pikiert darauf hinwies, wissenschaftlicher Mitarbeiter und außerdem Inder zu sein, war ihr das gleich: indische Studenten und afghanische Flüchtlinge sind ohnehin dasselbe. In der Folge verkündete sie lautstark allen Mitreisenden, daß wir offensichtlich schwarz fahren wollen, woraufhin mein Mann wieder nicht an sich halten konnte und sagte, daß wir sehr wohl über ein Hessenticket verfügen, daß alle Universitätsmitarbeiter erhalten. Jetzt hatte sie natürlich erst recht ihr Thema, afghanische Flüchtlinge, die sogar noch umsonst (und außerdem am Sonntag, der Teil störte sie besonders) mit der Bahn fahren dürfen.
Wir waren jedenfalls froh, als der Zug endlich kam, und wir dieser unangenehmen Situation entkommen konnten. Solches Verhalten begegnet einem zumindest selten in der Multikulti Stadt Frankfurt :) 


19. Februar 2018

Ab jetzt gesund


Bisher war ich 2018 vor allem eins: krank. Zuerst hatte ich eine langwierige Erkältung, von deren Auswirkungen ich mich noch nicht einmal richtig erholt hatte und schon kam dann im Februar der nächste Schlag: die Grippe - trotz der Impfung Anfang Dezember.
Ich habe gelesen, daß die Grippeimpfung in diesem Jahr nur zu 10 % vor einer Grippeerkrankung schützt, weil die beiden Haupterreger der Saison jeweils nicht in der Impfung enthalten sind. Dennoch ging die eigentliche Grippe relativ schnell an mir vorbei, die ersten 24 Stunden waren grausam, aber ich habe auch einiges davon verschlafen und danach waren es hauptsächlich die Fieberwerte um 39,5°C, die Probleme bereiteten.
Seitdem sind es wiederum die Nachwirkungen auf die Lungen, mit denen ich zu kämpfen habe - und ziemlicher Energieverlust. Von meiner Ausdauer des letzten Sommers ist jedenfalls nicht viel übrig geblieben: Gestern haben wir bei schönstem Sonnenschein einen ruhigen, gemütlichen Stadtausflug nach Wetzlar gemacht. Dort sind wir auch eine kleine Anhöhe hochgelaufen, die ich fast nicht geschafft hätte, denn ich war am Ende - keine Kraft, am Dauerhusten. Und sobald ich wieder zu Hause war, musste ich mich hinlegen und habe bis heute Morgen durchgeschlafen.
Also, es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Heilung so weit fortgeschritten ist, daß ich einfach frei atmen kann - aber ich kann jeden Tag etwas dafür tun. Zum einen vermeide ich wo es möglich ist Menschenansammlungen, nutze derzeit weder öffentlichen Nahverkehr noch besuche ich Abendveranstaltungen - ich möchte einmal richtig gesund werden, bevor ich weitere Viren einsammle. Zum anderen fordere ich mich aber mit täglichen Spaziergängen heraus, die gerne auch auf Anhöhen führen, so daß ich meine Belastungsgrenze wieder nach oben verschieben kann.
Eigentlich hatte ich in dieser Woche eine erste Wanderung geplant, aber das ist wohl utopisch - vielleicht kann ich im nächsten Monat wieder an leichten Wanderungen teilnehmen, und auch meine Radfahr-Kondition langsam wieder auf den Vorjahresstand aufbauen.

31. Januar 2018

Strand und Lesen


Wie ich es in meinem letzten Artikel beschrieben habe, war ich für einige Zeit an der Ostsee, im Seebad Ahlbeck - und verbrachte meine Tage damit Bücher zu lesen und mit den Hunden am Strand entlangzuspazieren. 
Nebenbei wurde ich auch noch krank, aber eine Erkältung ist Anfang Januar sicher keine Besonderheit. Dieses Mal habe ich auch kaum sonstige Ausflüge auf der Insel unternommen, ich war weder am Stettiner Haff noch am Achterwasser.


Einmal nur waren wir in Wolgast, aber das war eher ein ernüchterndes Erlebnis: Es wurde leider nicht geschafft, die Touristenströme (und deren Kaufkraft) in irgendeiner Form auch in die Stadt vor der Insel Usedom zu lenken. 
Wolgast besteht mittlerweile aus leeren Geschäften, Häusern, geschlossenen Schulen, aufgegebenen Gaststätten...


Der Ahlbecker (und Heringsdorfer) Strand waren dagegen wie immer wunderschön und gut besucht, aber im Januar halten sich die Besucherzahlen doch in gewissen Grenzen. 
Ich hatte jedenfalls meine Nikon mitgenommen und suchte stets nach den schönsten Motiven - dank dem wechselnden Wetter präsentiert sich das Meer eben jeden Tag anders. Der große Sturm und die Kälte kamen dieses Mal erst als ich schon wieder in Frankfurt war, aber die relativ milden, sonnigen Tage fand ich nun wirklich nicht schlimm :)


Zum Lesen kam ich auch.
Zuerst beendete ich Margaret Atwoods ‚Der Bericht der Magd‘, der eine finstere Zukunft beschreibt, in der die USA in eine religiöse Terrorherrschaft verwandelt wurde und Frauen völlig rechtlos sind.
Ich habe das Buch leider auf Deutsch gelesen und musste mich durch den Text quälen, der in der deutschen Ausgabe offensichtlich auch zensiert wurde. So wurde z.B. der zentrale, und wichtige (pseudo)lateinische Ausspruch ‘Nolite te bastardes carborundorum‘ - ‚Lass Dich von den Bastarden nicht unterkriegen‘ durch ‚Hirundo maleficis evoltat‘ ersetzt, was entweder ‚das Täubchen entflieht den Bösewichtern‘ bedeutet oder etwas über die Freuden des F*ckens erzählt, aber in beiden Fällen eher gar nicht in den Text passt. 

Danach habe ich die zwei nächsten Fälle von Comissario Benussi aus Trieste gelesen (von Roberta de Falco, ein Pseudonym von Roberta Mazzoni).
Im letzten Jahr konnte ich häufig Bücher nicht beenden, selbst von Autoren, deren Reihen ich seit langem folge, war ich enttäuscht. Doch das erste Buch ‚Die trüben Wasser von Triest‘ las sich so flüssig und ich mochte die Schreibart, etwas aus der Vergangenheit den Auswirkungen auf die heutige Zeit gegenüberzustellen, daß ich meine Buchlese-Blockade endlich beenden konnte.
Der zweite Fall war ebenfalls gut geschrieben, der dritte etwas bemüht und zäh - in der Zwischenzeit bekam ich dann jedoch den vierten Band in die Hände, der sich wiederum gut las - aber möglicherweise bereits das Ende der Serie beschreibt. Ich hoffe, daß noch mal etwas nachkommt, aber es ist wohl nicht ganz klar. 

Zum vorläufigen Abschluß las ich dann ‚Black Out‘ von Marc Elsberg, wiederum eine finstere Zukunftsvision, das mir sehr empfohlen wurde. Es geht darum, daß das Stromnetz in Europa und später den USA von Terroristen gehackt und in der Folge zusammenbricht, und beschreibt minutiös, wie sehr das Leben davon betroffen ist, da wir so unglaublich abhängig von Strom sind.
Es ist erschütternd - man möchte sofort loslaufen, eine Notstromanlage kaufen, ein Radio zum Kurbeln und haltbares Essen / Trinkwasser für zwei Wochen - nur um auf der sicheren Seite zu sein. 
Im ZDF kam zu diesem Thema auch eine Dokumentation: Link - die ein bißchen Entwarnung gibt, aber auch viele der Probleme aus dem Buch aufgreift.



3. Januar 2018

Kleine Pause


Am 4. Januar fahre ich für einige Zeit an die Ostsee und lasse meinen Laptop einmal zu Hause. Stattdessen nehme ich meinen Stapel Bücher mit, der sonst doch nicht gelesen wird, weil irgendwie immer etwas dazwischen kommt.
Mein Smartphone kommt aber mit, so daß ich sicherlich noch so einige Bilder auf Instagram posten werde. Wer nachsehen möchte, was ich erlebe, kann gerne auf meinem Profil ‚teodeco‘ nachsehen :)


Apropos Instagram: Ich hatte bisher auf ‚Best of Nine‘ Bilder verzichtet, in diesem Jahr wollte ich es dann doch einmal wissen und sah mir die besten neun Bilder aus den vergangenen drei Jahren an. Offenbar sind es insgesamt die Natur- und Reisebilder, die gefallen.

2. Januar 2018

Jahresrückblicks-Stöckchen 2017


Jetzt kommen einmal mehr die Fragen an mich selbst. Die vorherigen Jahresrückblicke kann man hier finden: Link.

Zugenommen oder abgenommen?
Eigentlich hatte ich erst abgenommen, doch nur zwei Kilo. Zur Zeit sind die wieder drauf. Da jedoch sowohl Ab- als auch Zunahme durch Medikamente bedingt sind, ist mein Spielraum etwas eingeschränkt. Aber diesen Monat bin ich fast Medikamentenfrei und kann vielleicht etwas erreichen :)

Haare länger oder kürzer?
Ich habe sie nicht geschnitten, aber soviel wachsen sie wohl nicht mehr.
Am Anfang des Jahres hatte ich sie rot gefärbt und mir einen Pony geschnitten. Fand ich beides furchtbar, jetzt sind sie wieder dunkelbraun und der Pony ist weitgehend herausgewachsen.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Etwas mehr.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr bewegt, viel Fahrrad gefahren und viel gewandert.

Die gefährlichste Unternehmung?
Da fällt mir in diesem Jahr - gottseidank - nichts zu ein, höchstens, daß ich am Anfang des Jahres fast von einer abgestürzten Sektflasche getroffen worden wäre - falls das zählt.

Die teuerste Anschaffung?
Ein neuer Laptop zum Black Friday. Mein ‚Alter‘ ist von 2009, eigentlich noch super, aber leider zu langsam für moderne Programme.

Das leckerste Essen?
Im indischen Restaurant Diya (in Frankfurt) lohnt es sich nach Gerichten zu fragen, die nicht auf der Karte stehen. Das beste Essen war für mich Paneer - Tindola.
Paneer ist ein indischer, mozzarella-ähnlicher Käse und Tindola ist eine Minikürbisart, irgendwo zwischen aromatischer Schmorgurke und mit einer leichten Bitternote, die schon an Bittergurken erinnert. Daraus ein cremig-scharfes Gericht zu kochen, mit nur diesem leicht bitteren Hauch ist ein echtes Kunstwerk.
Leider (oder vielleicht zum Glück) kann man das Gericht nicht ständig bestellen, denn Tindola ist ein Saisongemüse.

Das beeindruckendste Buch?
Zum Geburtstag habe ich einen hundert Jahre alten, englischsprachigen Baedeker über den Rhein geschenkt bekommen. Als ich im September dann vier Tage lang auf dem Rheinsteig wanderte, kam das Buch mit und ich las mich durch sämtliche Geschichte und Geschichten der Orte, Burgen und Schlösser, die wir beim Wandern passierten.
Unsere kleine Reisegruppe schlief sogar zwei der drei Nächte in Hotels, die Baedeker einst selbst empfohlen hatte :)

Der berührendste Film?
Ich habe tatsächlich nur einen einzigen Film im Kino gesehen: ‚Hidden Figures‘ über schwarze Mathematikerinnen bei der Nasa. Der war nicht schlecht, aber doch noch ein wenig zu sehr Hollywood, mit Heldenmomenten der weißen Männer, so daß die Zuschauer nicht zu sehr von intelligenten Frauen erschreckt werden.

Die beste Musik?
Einmal mehr Coldplay, in diesem Jahr ist ‚Something like you‘ wochenlang als Ohrwurm in meinem Kopf herumgegeistert. Aber ich fand auch Camila Cabello ganz nett, und habe mir einige der neuen Songs von Paddy Kelly angehört - der heutzutage unter seinem vollständigen Namen als Michael Patrick Kelly bekannt ist.
Insgesamt hörte ich also mehr Mainstream, aber viel weniger Radio als sonst. Ich habe stattdessen Solo Jazz Piano gehört, ohne da einzelne Stücke heraus zu picken und bin auch wieder bei den Hörspielen gelandet. Die drei ??? sind eben perfekt zum Nebenbei Fotos bearbeiten oder bügeln ^^

Das schönste Konzert?
Nicht nur ein Konzert, aber mein erster Besuch in der Frankfurter Oper war etwas Besonderes.


Die meiste Zeit verbracht mit …?
Den Katzen, meinem Mann, der Haushündin und unseren Vermietern.


Die schönste Zeit verbracht mit …?
... meinen Freunden beim Wandern, sei es durch Weinberge oder den Taunus, ich bin (hoffentlich immer) dabei :)
... mit A. zum Hochzeitstag in Boppard bei der Rheinschleife unterwegs, und zum gemeinsamen Geburtstag auf dem Küstenabschnitt des Jakobswegs zwischen San Sebastian und Pasaia.

2017 zum ersten Mal getan?
Mehrere Tage gewandert, mit dem Reisegepäck auf dem Rücken.
San Sebastian im Baskenland, und Venedig und Trieste in Italien besucht.
Meinen Nachnamen geändert.

2017 nach langer Zeit wieder getan?
Einen neuen Laptop gekauft.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Migräne
Der Tag, als mein Fahrrad mitten im Wald einen Achsenbruch hatte.
Wochenlang bewölktes Wetter - zum Laune verderben.

Das schönste Geschenk, das ich / wir jemandem gemacht habe?
Da fällt mir leider nichts besonders Schönes ein, aber wir haben weiterhin Zeit mit unserem Neffen verbracht, der mittlerweile ganz klar A. bevorzugt - schließlich macht der viel mehr Quatsch mit ihm :)


Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ein Abend im Kronenschlößchen, mit x-Gänge Menü (ich habe den Überblick verloren, eigentlich ist es eine festgelegte Anzahl, aber dazwischen kamen diverse Küchengrüße- und Spielereien. Ich war letztlich todmüde, wollte auch nichts mehr essen (und habe sogar zwei Dessertgänge verpasst, aber es war trotzdem wunderbar).

Eine Woche Urlaub mit Schwester und Neffen in Ahlbeck mit Strand und eigener Ferienwohnung.

Nachricht des Jahres?
In diesem Jahr habe ich mir Tagesnachrichten weitgehend abgewöhnt, ich kann mit diesem hysterischem Ohgottogott der Weltpolitik nichts mehr anfangen. Ich konzentriere mich auf elendig lange Artikel, zu Themen die mich interessieren und ansonsten die Lokalnachrichten und den Wetterbericht :)

2017 war mit einem Wort (für mich selbst) …?
... eindrucksvoll.

Mal schauen was 2018 bringt - ich bin gespannt :)



28. Dezember 2017

Heinzel-Weihnacht in Köln


Vor zwei Jahren besuchte ich zwei der fünf Weihnachtsmärkte in Köln, damals sah ich mir den Markt der Engel auf dem Neumarkt und die Märchenweihnacht auf dem Rudolfplatz an und fand: Schön, kann man mal wieder besuchen, und bei der Gelegenheit dann auch die anderen großen Märkte in der Stadt ansehen. Diese Gelegenheit ergab sich jedoch irgendwie weder im letzten noch in diesem Jahr, und so kamen wir erst am Heiligtag wieder nach Köln.
Wie so viele andere Besucher der Stadt beschlossen wir im Tagesverlauf einmal mehr den Dom zu besuchen und fuhren mit der Straßenbahn bis zum Heumarkt. 


Dort befindet sich ‚Heinzels Wintermärchen‘ der Weihnachtsmarkt der Heinzelmännchen, und es war der schönste Markt, den ich in den letzten Jahren überhaupt gesehen haben.
Er war natürlich, wie alle anderen Märkte auch, geschlossen - doch vielleicht fielen mir die vielen Details gerade deswegen so auf: Es gab nicht nur überall Heinzelmännchen, und liebevoll bemalte Fassaden, sondern auch romantische Hütten, Eisbären, ein Postamt, eine norwegische Stabskirche als Glühweinstand und schwebende Kerzen, die durchaus an diverse magische Filme erinnerten. 


Ich war jedenfalls sehr begeistert von den verspielten Details und wild am Fotografieren ^^
Im nächsten Jahr müssen wir es unbedingt einmal schaffen, uns die Märkte in der Vorweihnachtzeit anzusehen. (Und die Hafenweihnacht am Schokoladenmuseum sehen wir dann hoffentlich auch :)
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P.S. Die Eisbahn auf dem Heumarkt ist übrigens noch bis zum 7.1.18 geöffnet.
P.P.S. Das war der eindeutig letzte Weihnachtsmarkt-Post in diesem Jahr :)

22. Dezember 2017

City Alm


Im Sommer befand sich auf dem 6. Stock des Parkhauses an der Konstablerwache, der City Beach.
Doch zum Winter hin, wandelte sich das Gelände in die City Alm: Auf dem Volleyballfeld entstand eine Almhütte - und das sandige Außengelände mit den Strandkörben und knietiefem Pool, wurde zum kleinen Weihnachtsmarkt mit echten Hütten, Tannenbäumchen, Rindenmulchwegen und vielen Stehtischen. Geblieben war der erhöhte Blick auf die Skyline. 

In diesem Jahr waren wir gar nicht im City Beach, aber die Alm gefiel uns so gut, daß wir sie gleich dreimal besuchten. Beim ersten Besuch war es ein ruhiger kleiner Markt, Eltern konnten ihren Kindern ein bißchen mehr Spielraum lassen, als das unten auf dem richtigen Weihnachtsmarkt möglich gewesen wäre und die Warteschlangen vor den Häuschen waren erträglich.
Beim zweiten Besuch am vergangenen Montag war es immer noch recht übersichtlich. Doch beim dritten Besuch, dem Donnerstag Abend war es dann sehr voll, weil der reguläre Weihnachtsmarkt auf dem Römer dabei war zu schließen und der Alm Markt noch drei Stunden länger offenbleiben durfte. Da war es tatsächlich einmal etwas heftig und die eigentliche Almhütte konnte man nicht einmal betreten, dafür sorgte ein Türsteher.
Insgesamt war es jedoch eine tolle erste Saison für diesen kleinen Markt, mit sehr empfehlenswertem weißen Glühwein und der besten Sicht auf Frankfurt :) 

13. Dezember 2017

2016 - Limburger Weihnacht


Eigentlich wollten wir an diesem Wochenende neue Weihnachtsmärkte in der Region besuchen, gerne auch in weiter entfernten Regionen - stattdessen hat mir ein 48 Stunden Migräneanfall (seit Freitag morgen), dem einen recht energischen Riegel vorgeschoben. 
Davon war nur die Nacht von Freitag zum Samstag richtig übel, aber insgesamt war ich zu erschöpft für große Touren. Also schaue ich mir stattdessen die Fotos vom letzten Jahr an, da waren wir nämlich in Limburg an der Lahn auf dem dortigen Christkindelmarkt. 

Das Haus des Bäckers und Künstlers Friedel Hensler. Seine eigenwilligen Skulpturen begegnen einem des Öfteren in der Stadt.


Limburg kennt man, wenn man regelmäßig von Frankfurt Richtung Köln unterwegs ist, als eine der Städte in die man von der Autobahn nach links blickt - und das von einer sehr hohen Autobahnbrücke hinunter ins Tal - dem Limburger Becken. 
Dabei fällt einem sofort der spätromanische, siebentürmige Dom St. Georg ins Auge (geweiht 1235), der auf einem Kalkfelsen gelegen über der Stadt thront. Dann erinnert man sich vielleicht auch an die Schlagzeilen um den Skandalbischof Tebartz-van Elst, der 31 Mio. € für angemessen fand um sein bescheidenes Domizil zu erbauen und auszustatten. 
Der Bischofssitz der Stadt macht deutlich, daß Limburg im Mittelalter nicht nur als Lahnfurt (ab 1341 eine steinerne, zollpflichtige Brücke) und Lage an der Via Publica ein bedeutendes Zentrum gewesen ist. Von dieser einstigen Bedeutung merkt man heute nicht mehr viel, denn sowohl Autobahn, als auch die ICE Schnellstrecke umgehen die Stadt weiträumig.
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Wir wollten uns die Stadt ansehen, da sie Teil der Deutschen Fachwerkstraße ist, also Fackwerkformen anbietet, die regionale Besonderheiten aufweisen. Außerdem stehen in der Altstadt einige der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands.


Außer A. und mir, kamen an diesem Tag einer seiner Kollegen mit, den seine Mutter begleitete. Da die ältere Dame mit dem Stock unterwegs war, wurde es ein gemächlicher Spaziergang, bei dem wir soviel von Limburg ausgelassen haben, daß wir dringend noch einmal zurück müssen ^^ 
Aber wir wollten uns auch den Weihnachtsmarkt der Stadt ansehen (und dort zu Mittag essen), der sich vor der malerischen Fachwerkkulisse erstreckte. Leider litten unsere beiden Mitreisenden an verschiedenen, teils schweren Nahrungsmittelallergien, so daß das Warenangebot des Marktes schnell erschöpft war. Zum Glück war Glühwein kein Problem, so daß wir beschwingt bis zum Dom steigen konnten.
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Nach einem Blick über das Tal, der hinter dem Dom gelegenen Burg - und auf die Autobahnbrücke - ging es zurück zum Bahnhof. 
Da noch einiges vom Tag übrig war, beschlossen wir zum Abschluß mit dem Bus zum Wiesbadener Weihnachtsmarkt zu fahren, dank Hessenticket waren wir ja flexibel. Dort vermuteten wir mehr Varianten, dessen was man essen kann - und hatten damit auch recht. 


Außerdem sahen wir uns den Kochbrunnen an, den besuche ich ohnehin immer gerne und unsere Mitreisenden kannten ihn noch nicht. Sie waren erstaunt, daß es in Wiesbaden überhaupt heiße Quellen gibt - ganz ohne vulkanische Aktivitäten. 

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